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Julie lag träumend auf der Wiese, ihre Augen waren geschlossen und eine leichte Brise wehte ihr durch das Haar. die Sonne schien leicht ins Gesicht und Wärme durchfloss ihren Körper. in ihrem Kopf liefen Gedanken umher und ließen sie lächeln. Plötzlich spürte sie wie etwas vertrautes sanft ihre Lippen berührte. Aus ihrem Tagtraum gerissen öffnete sie langsam ihre Augen. Neben ihr lag ihr Freund Max, der sie gerade sanft geküsst hatte. Leise flüsterte sie ihm ins Ohr: "Ich Liebe dich, Max!!" Danach legte sie ihren Kopf auf seine Brust. Wenn sie bei ihm war fühlte sie sich glücklich und die Welt hätte unter ihnen zusammenbrechen können, die Beiden hätte es nicht gekümmert.
Einige Stunden später so schien es lagen sie nun schon so. Die Sonne verschwand schon am Himmel und das Licht tauchte die ganze Umgebung in ein schönes rotorange. Die Stille, die schon den ganzen Tag herrschte, wurde nun durch die aufdringliche Stimme von Julies Mutter, Gabriele, unterbrochen, sie meinte, dass es jetzt an der Zeit wäre sich von Max zu verabschieden und herein zu kommen. Widerwillig erhoben sich die Beiden und streckten sich. "Tschüss Max, du weißt ja wie meine Mutter ist und außerdem muss ich noch Brady ins Bett bringen, ich liebe dich." , sagte Julie lächelnd und tief in Max's grüne Augen schauend. "Kein Problem, grüß Brady von mir, wir sehen uns morgen in der Schule." , erwiderte Max und verließ das Grundstück. Julie ging in das Haus und sofort als Brady, ihr 4 Jahre alter Bruder, ihr begeistert in die Arme rannte, freute sie sich wieder. Brady war nach Max die wichtigste Person in ihrem Leben. Sie lebte mit ihm und ihrer Mutter in einem Haus auf dem Land, ihr Vater hatte die Familie vor 3 Jahren, als Julie 13 war verlassen, seitdem war sie auch mit Max zusammen.
Julie zog ihren Bruder um wusch ihn und legte ihn ins Bett. Brady bat sie noch eine kleine Geschichte vorzulesen und Julie tat das auch. als die Geschichte zu ende war lag Brady schon tief schlafend im Bett, sie hörte dem leisen regelmäßigem atmen ihres Bruders noch eine Weile zu und verließ dann schleichend das Zimmer.
Am nächsten Tag holte Max Julie wie immer um 7:15 mit seinem Roller ab. Als erstes hatte Julie jetzt Mathe, sie verabschiedete sich von Max mit einem Kuss und verschwand dann im Klassenraum. Den ganzen Tag hatte Julie keine Ahnung was zu Hause auf sie wartete, nichts ahnend fuhr sie mit Max nach Hause. Als sie vor ihrem Haus, dann einen Krankenwagen stehen sah hörte ihr Herz fast auf zu schlagen. Wie in Trance lief sie geradewegs in ihr Haus, aufgeregt hörte sie schon Leute im Flur rumlaufen. als sie sah wie ihre Mutter ihr mit verheulten Augen entgegen kam, wusste sie, das etwas mit Brady passiert war. Sie traute sich aber nicht ihre Mutter zu fragen, was los sei. Die Beiden rannten raus und sahen wie die Sanitäter eine trage mit einer kleinen zerbrechlichen Person in den wagen trugen, Julie rannte hinterher, aber Max, der schon mitbekommen hatte wer da auf der Trage lag, rannte zu Julie und hielt sie zurück, er drückte sie und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. Julie vergrub sich in seinen Armen und hörte gerade noch wie ihre Mutter sie rief und ihr sagte, dass sie so schnell wie möglich ins Krankenhaus kommen sollte. dann schlossen sich die Türen des Krankenwagens und Julie schaute ihm heulend hinterher. Sie wusste zwar nicht was genau passiert war, aber als sie das Blut vor der steinernen Treppe im Flur sah und die Reaktion ihrer Mutter gesehen hatte, wusste sie das es ernst war. Sie bat Max sie in das Krankenhaus zu fahren und Max willigte auch sofort ein. die Fahrt dauerte nicht lange, aber für Julie hätte sie nicht schnell genug enden können. Ohne auf irgendwas zu achten lief Julie ins Krankenhaus und fragte dort wo man ihren Bruder hingebracht hätte. Die Frau, an dem Schalter, wies Julie den weg zum OP-Raum. Gabriele saß heulend im Wartezimmer, Julie setzte sich neben sie und auch Max kam wenige Minuten später herein. "Was ist denn nun eigentlich passiert?" ,fragte Julie mit zittriger Stimme. Ihre Mutter antwortete ihr schnell und kaum verständlich: "Es ist alles meine Schuld, ich habe kurz nicht aufgepasst und er wollte die Treppe runterklettern und ist dann irgendwie ausgerutscht, die ganze Treppe ist er heruntergefallen und dann auch noch auf die harten Steine, sein ganzer Kopf hat geblutet." Julie sagte nichts mehr, Max tröstete sie und streichelte zärtlich ihren Kopf. Irgendwann nach 2 Stunden kam ein Arzt herein, alle saßen noch genau so wie am Anfang, doch jetzt richteten sie sich gespannt auf und hörten was der Arzt zu sagen hatte. Er fing langsam an und versuchte alles so erträglich wie möglich zu erklären: "Also, das wird jetzt sehr hart für sie, aber ich muss es leider tun." Julies Hand krampfte sich immer mehr in Maxs, sie rechnete mit dem Schlimmsten und das Schlimmste kam auch. "Es gibt so gut wie keine Hoffnung mehr für ihren Sohn." In diesem Moment hätte Julie heulen können, aber es ging nicht, sie tat sogar so als ob nichts wäre, ohne eine Regung saß sie da. Ihre Mutter hingegen fing wieder an zu weinen, sie schmiss sich an Julie. Sogar Max liefen Tränen über seine leicht geröteten Wangen. Julie tat noch immer nichts, vielleicht hatte sie sich das nur eingebildet und der Arzt, der das Zimmer gerade verlassen hatte käme gleich zurück und würde rufen, dass es nur ein Scherz sei. Aber er kam nicht zurück und als sie das realisierte fing auch sie an zu weinen. Ihre Mutter war gerade vom Stuhl gerutscht und ein paar Schwestern kamen herein um sie zu unterstützen. Julie wollte sich jetzt nicht darum kümmern, sie rannte heraus und versuchte vor jedem, der ihr entgegen kam, ihre geschwollenen Augen zu verbergen. Max kam ihr hinterher und legte seinen Arm um ihre Schulter, aber Julie rannte gleich weiter. Max stand wie angewurzelt da, damit hatte er nicht gerechnet, aber er konnte sie verstehen, sie wollte jetzt alleine sein.
1 Stunde später hatten sich Julie und ihre Mutter ein Taxi gerufen und fuhren sichtlich geschwächt nach Hause. Beide gingen sofort in ihre Räume und Julie wollte mit niemandem etwas zu tun haben, auch nicht mit Max. Sie dachte nur an Brady, wie er um diese Uhrzeit immer friedlich in seinem Bett lag und schlief. Fast wollte sie in sein Zimmer gehen und schauen, ob er nicht doch da lag.
Am nächsten Tag, war sie wie verändert, obwohl sie die ganze Nacht kein Auge hatte zu tun können und ihr jedes einzelne Körperteil wehtat, wollte sie doch zur Schule gehen, ihre Mutter lag immer noch im Bett und schlief, aber auch ihr sah man an das sie viel geweint hatte. Als Max sie in der Schule sah, ging er sofort zu ihr hin und fragte sie was sie denn hier mache, Julie antwortete nur aggressiv, dass das ihn ja wohl nichts angehen würde. Überhaupt war sie zu allen unfreundlich.
1 Woche später fand die Beerdigung von Brady statt. Max war auch da, aber er und Julie redeten kein Wort miteinander. Sie ging Max nämlich so oft wie es ging aus dem Weg und wenn sie dann mal miteinander über das nötigste redeten, schaute Julie ihm nie in die Augen. Weitere Wochen vergingen noch immer wollte Julie mit Max nicht reden. Aber Max schrieb einen Brief in dem Stand:

Hi Julie
Ich weiß, das es unheimlich schwer für dich ist, aber bitte ich möchte die nur helfen, weil ich dich liebe. Du ignorierst mich total. Es ist okay, aber du weißt, dass du mit mir über alles reden kannst.
In Liebe Max.

Julie las ihn, wusste jetzt auch, dass sie mit ihm reden wollte. Nachdem Julie, Max angerufen hatte kam er sofort und Julie lief ihm sofort in die Arme und weinte: "Es tut mir so Leid wie ich dich behandelt habe, ich wusste was ich die damit antue, aber ich habe es in kauf genommen, verzeih mir." Max schaute Julie in die Augen und dann aus dem Fenster: "Schon vergessen, aber schau mal raus. "Der Himmel weint mit dir."


ENDE



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